| Sehr
geehrte Damen und Herren,
zunächst darf ich Sie sicher
zitieren (Quelle)
"Redakteurinnen und Redakteure der Axel
Springer AG sind sich der Verantwortung bewusst,
die sie für die Information und Meinungsbildung
in Deutschland haben. Unabhängigkeit ist die
unverzichtbare Grundlage ihrer Arbeit. Die Leitlinien
konkretisieren das Verständnis der publizistischen
Grundsätze des Pressekodex des deutschen Presserats
für Axel Springer. Die Einhaltung dieser Leitlinien
bei der journalistischen Arbeit aller Redakteure
und Redakteurinnen sichert die Rahmenbedingungen,
die unabhängigen und kritischen Journalismus
bei Axel Springer ermöglichen. Die Chefredakteure
sind für die Einhaltung der Leitlinien und
ihre Implementierung im Tagesgeschäft verantwortlich."
Anmerkung
der Tierfreunde Dachau: Es liegt den Redakteuren
der WELT vor allem anderen sehr viel daran, die eigene
Meinung dem Rest der Menschheit aufzudrücken.
Je dümmer das Volk, um so leichter ist es zu
führen.
"Die
Journalisten bei Axel Springer nutzen ihre Berichterstattung
nicht, um sich oder anderen Vorteile zu verschaffen."
Anmerkung
der Tierfreunde Dachau: Es sei denn, es handelt
sich bei dem bevorteilten um die CMA oder Pharma-Konzerne.
"Die
Sorgfaltspflicht des Journalisten im Umgang mit
Quellen ist für die journalistische Arbeit
und das Ansehen der Presse in der Öffentlichkeit
von höchster Bedeutung. In Ergänzung zu
bestehenden gesetzlichen Regelungen regelt der Pressekodex
in Ziffer 2 den Umgang mit Quellen."
Anmerkung
der Tierfreunde Dachau: Quellen müssen natürlich
nicht angegeben werden, wenn man auf gründliche
Recherche verzichtet, sondern einfach nur im Sinne
von Kadavergehorsam die Worte der Großmächte
nieder schreibt.
Mit Verlaub - allzu Ernst scheinen es weder die Redakteure
noch die Journalisten mit der Verantwortung zu nehmen.
Wie sonst kann es - nicht zum ersten Mal - geschehen,
dass über eine Bevölkerungsgruppe bösartigste
Verleumdungen, erniedrigendste Beleidigungen ausgesprochen
und auf geradezu blasphemische Weise Vergleiche zu
religiösen Vereinigungen bzw. terroristischen
Organisationen gezogen werden? Der Artikel Ihres Mitarbeiters
Eckhard Fuhr ist an Menschenverachtung und Zynismus
in Bezug auf Tierleid kaum mehr zu übertreffen.
Vor allem aber glänzt Ihr Journalist durch schlechteste
Recherche!
Zunächst
einmal zum "Veganismus als Schrulle":
Werte
Herren - eine Schrulle mag es sein, seinen Kuchen
in den Kaffee zu tauchen. Die Entscheidung, sich aus
Menschen- und Tierrechtsgründen und aus Liebe
zur Umwelt vegan zu ernähren bzw. vegan zu leben,
ist mit Sicherheit keine Schrulle. Viel eher mag Vegetarismus
in gehobenen Kreisen als eine zeitweilige Mode-Erscheinung
gelten, da man zum einen nicht zu viel verändern
muss und zum anderen sich hierdurch als besonders
anständig darstellen kann - am Besten im Zuge
einer unglaubwürdigen Werbe-Aktion, deren Bedeutung
oder Aussage man später durch schlechtes Verhalten
widerlegt.
Bitte
vergessen Sie nicht, dass es auch unter sogenannten
Omnivoren zu Todesfällen bei Kindern kommt -
dies meist drastischer als in diesem bekannt gewordenen
bedauerlichen Fall. Das Gros der Veganer zeichnet
sich insbesondere durch Voraussicht in Bezug auf die
Ernährung aus. Die meisten Veganer kennen sich
besser als die meisten Mediziner mit den nötigen
Spurenelementen, Vitaminen, Aminosäuren, etc.
aus. Es ist daher nicht weiter verwunderlich, dass
vegane Eltern sich noch intensiver mit diesen Themen
befassen und es kaum Kinder gibt, die Mangelerscheinungen
aufweisen. Siehe auch "VEGAN" von Dr. Gill
Langley - hier sind zahlreiche Studien aufgeführt,
die belegen, dass vielmehr Omnivoren unter Mängeln
leiden; in diesem Zusammenhang möchte ich natürlich
auch an die Masse der fettsüchtigen Kinder erinnern.
Deren Eltern gefährden die Gesundheit ihrer Kinder
durch Ignoranz, Unwissenheit und Trägheit, was
vermutlich dazu führt, dass auch die Erwachsenen
immer fetter werden.
Schön,
dass Herr Fuhr erkannt hat, wie grausam die Werbe-Kampagnen
der CMA auf ethisch gereifte Menschen wirken müssen,
die sich ja nicht nur aus Tierliebe zum Veganismus
entschieden haben. Alleine der Gedanke an die zahllosen
hungrigen Menschen auf der Welt und die Gewissheit,
dass die Ausbeutung der Natur DURCH DIE LEBENSMITTELINDUSTRIE
verheerende Folgen für die gesamte Menschheit
hat, ist Grund genug, diesen abscheulichen Kreislauf
zu durchbrechen und weit, weit hinter sich zu lassen.
Kommen
wir zu den "Grenzen der multikulturellen Toleranz".
Ich frage mich hier, wer denn die Grenzen fest legt.
Hatten wir Ähnliches nicht schon einmal? Oh,
Sie wissen ganz sicher, in welche Epoche der Menschheitsgeschichte
ich mich bei derartigen Äußerungen versetzt
fühle. Herrn Fuhr passt es offenbar nicht, dass
"der Minderheitenservice optimiert" werden
soll. Welche Probleme hat denn Herr Fuhr mit Minderheiten?
Und wenn hier auf Menschen verbal und rücksichtslos
eingeprügelt wird, wollen wir doch bitte nicht
auch die laktose-intoleranten bzw. diejenigen, die
auf weitere tierische Produkte allergisch reagieren,
vergessen. In welche Kategorie fallen bitte diejenigen?
Ja, meine Herren, auch solche Menschen könnten
sich durch einen derartig dilettantischen Bericht
gekränkt fühlen!
Bei
all den bisherigen Vorwürfen eines Journalisten,
der wohl nur mit Unlust an die Arbeit gegangen ist,
wundert es nicht, dass weitere Geschütze aufgefahren
werden, wenn Veganer plötzlich mit terroristischen
Islamisten verglichen werden. Herr Fuhr - schreiben
Sie immer so drauf los, ohne sich vorher informiert
zu haben? Anstatt sich ein oder zwei Tage mehr Zeit
zu nehmen und sich über die Lebensanschauung
von Veganern aufklären zu lassen, wird einfach
drauf los geschossen. Ohne Rücksicht auf diejenigen,
denen Sie damit schaden (wollen - denn das ist unumstritten).
Dementsprechend können Sie sich Ihre zynische
Aussage "Ich will nicht den Eindruck erwecken,
der Veganismus und der Islamismus stünden als
Bedrohungen der europäischen Gesellschaft auf
gleicher Ebene" sparen! Ebenso könnte man
die volksverhetzende Aussage aufstellen: "Lassen
Sie generell ja nichts offen liegen, wenn Sie Besuch
von polnischen Bürgern bekommen. Aber natürlich
will ich nicht behaupten, dass alle Polen stehlen."
Die
Würde des Menschen ist unantastbar - es sei denn,
derjenige, der andere der Würde beraubt, arbeitet
bei der CMA, einem Pharmakonzern oder arbeitet als
Mietmaul bei der WELT. Im Übrigen, Herr Fuhr
- den Begriff veganisch legen wir bitte wieder ganz
schnell ab. Sie jonglieren mit einer Vielzahl von
Wörtern und beherrschen ja noch nicht einmal
die Adverben, die es anzuwenden gilt!
"Das
Üben von Toleranz beginnt übrigens bei den
eigenen Schwächen. Mit Leuten, die ihren Schwächen
niemals augenzwinkernd Zugeständnisse machen,
kann man nicht zusammenleben". So so, das gleiche
werde ich zwinkernd bei der nächsten Kinderschändung
bzw. Vergewaltigung dem Täter zuraunen. Warum
die schlechten Angewohnheiten so Ernst nehmen? Haben
wir doch einfach nur Spaß! Dafür sind wir
doch auf der WELT (sie erkennen das Wortspiel?). Was
kümmert es uns, wenn Kreaturen leiden? Während
Herr Fuhr sich vor Stolz in den Schritt fasst, weil
er über eine "Minderheit in ihrem Irrsinn-Universum"
lästert bzw. vielmehr Rufmord betreibt, wird
im selben Moment einem unschuldigen Ferkel der Hoden
abgezwickt - bei vollem Bewusstsein. Während
Herr Fuhr - die Hand mitterweile wieder auf dem Tisch
- mit zärtlich verzogener Fratze an sein Mittagsschnitzel
denkt, werden irgendwo Kinder von ihren Müttern
getrennt und - ganz wie im dritten Reich - in kalte,
enge, nach Tod stinkenden Transportern in den Tod
gefahren. Wagt es da jemand, Trauer zu zeigen? Machen
wir ihn lächerlich, demütigen wir diesen,
denn SO GEHT´S NICHT!!!
Das
Makabere daran ist ja, dass es noch nicht einmal einen
Nutzen für uns Menschen hat! Ein bisschen Gaumenkitzel,
ein bisschen Blut - auch wenn Sie nicht gerne über
Themen wie Darmkrebs, BSE, Prostata- oder Brustkrebs,
unbewussten Medikamentenmissbrauch durch Fleischkonsum,
über die Abholzung der Regenwälder für
die Fleischindustrie oder schlichtweg durch die grausame
Behandlung von Tieren (von Geburts- bis Todesstunde)
schreiben möchten - Sie MÜSSEN es, um bei
der Wahrheit zu bleiben. Aber vermutlich habe ich
eine viel zu romantische Vorstellung vom Journalismus
- oder um bei der dilettantischen Ausdrucksweise von
Herrn Fuhr zu bleiben: vom Journalistismus.
Es
ist durchaus verständlich, dass Menschen ohne
Moral und Anstand sich im Kreise von Menschen ohne
Moral und Anstand wohler fühlen. Niemand fühlt
sich von anders Lebenden gerne in Frage gestellt.
Aber dies hätte Herr Fuhr nicht erst zu erwähnen
brauchen. Wer so kaltherzig über eine Tragödie
schreibt (denn dies ist der Todesfall des Kindes allemal),
wer zudem so emotionslos über "Tierleichen"
und "Schweins-Haxn" (= abgetrennte Beine
eines beim Schlachten vermutlich noch strampelnden,
empfindsamen und hochintelligenten Lebewesens) schreibt,
der sollte mit Worten wie "Irrsinn" nicht
zu freizügig um sich werfen!
Es
kann mit Sicherheit gesagt werden, dass die Eltern
niemals ihr Kind verhungern lassen wollten. Ebenso
wie man Eltern von Magersüchtigen keine direkten
Vorwurf in Bezug auf die Nahrungsverweigerung ihrer
Kinder machen kann (wohl eher in Bezug auf die Vorgeschichte).
Aber natürlich kann man mit einem veganer-feindlichen
(Entschuldigung, Herr Fehr: ich meinte "veganerisch-feindlichen")
Bericht viel mehr Applaus absahnen. Feige Menschen
begeben sich nicht oder höchst ungern auf fremdes
Terrain. Vielleicht weil die eigene WELT-Anschauung
(also die eigene, oder die von den WELT-Redakteuren
vorgegebene und eingebleute) einstürzen könnte.
Und wenn den Deutschen nichts, aber auch NICHTS mehr
heilig ist auf der WELT - unsere Fleischeslust lassen
wir uns nicht nehmen! Zum Teufel mit den Hungrigen
und zum Teufel mit dem Grundwasser, was juckt uns
die Luftverschmutzung und noch haben wir (im reicheren
Teil der WELT) auch genügend Wasser zur Verfügung.
Greifen
wir daher auf altbekannte Methoden zurück: Verleumdung,
Aufhetzung, Unterdrückung, und dann - in einer
lange geplanten und großausgelegten Aktion -
die ersten Vernichtungen!
Dass
Sie sich in dieser Hinsicht kontinuierlich verbessern,
zeigen viele ältere Artikel, denen es an Bösartigkeit
an nichts mangelt. Ich gehe mittlerweile davon aus,
dass jeder WELT-Mitarbeiter (von Botenjungen über
die Assistenz bis hin zum Chef-Redakteur) die firmeninterne
Schule der Boshaftigkeit in mehreren Phasen durchlaufen
müssen, ehe sie auf die WELT, pardon, auf die
Welt losgelassen werden. Beispiel
aus 2001.
Sie
verstehen sicher, dass ich für Menschen Ihres
Schlages keine Grüße erübrigen kann.
Sabrina Schreiber
(vegan aus Gründen der Ethik)
www.die-tierfreunde.de/dachau |